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Samstag, 27. Juni 2009

Workshop für eine einfache Schachtel

Ich werde immer wieder gefragt, wie ich die Graupappeschachteln bastel und mit Papier beziehe. Nachdem Zeigen besser ist als Beschreiben, habe ich bei meiner letzten Schachtel ein paar Fotos gemacht und zu einem Workshop zusammengestellt. Ich hoffe so kann ich meine Art des Schachtelmachens demonstrieren.


Im ersten Schritt werden die Einzelteile für die Schachtel aus Graupappe zugeschnitten. Ich verwende gerne meine wirklich gute Schneidmaschine. Es geht aber genauso mit einem Stahllineal und einem Cutter. Für diese Schachtel habe ich 2mm starke Graupappe verwendet. Bei größeren Schachteln oder wenns mal richtig stabil werden soll kann man genausogut 3mm Stärke verwenden.

Wenn man die Maße für die Schachtel festgelegt hat, schneidet man Boden und Seitenteile zu. Wichtig dabei ist es die Stärke der Graupappe mit einzurechnen. Es sind also zwei Teile genausolang wie der Boden und zwei Teile um die Pappstärke breiter.



Sind die Teile zugeschnitten, werden sie mit Buchbinderleim zusammengeklebt. Jeweils den Buchbinderleim auf die Kante des Pappteils geben und zusammensetzen. Damit das Ganze hält und nicht dauernd verrutscht klebe ich noch Streifen von Kreppklebeband über die Kanten. Nach dem Trocknen werden diese wieder entfernt.






Zum Beziehen dieser Schachtel habe ich 120 gr. starkes Aquarellpapier erst mit verdünnter Seidenmalfarbe eingefärbt und nach dem Trocknen bestempelt.
Begonnen habe ich mit einer langen Seite der Schachtel. Dazu wird das Papier zugeschnitten. Größe des Seitenteils + ca. 1,5 cm. Das Papier lege ich auf einen Packen Zeitungen, mit der unbedruckten Seite nach oben und bestreiche es mit einer Mischung aus Tapetenkleister und Buchbinderleim. Die Mischung mach ich nach Gefühl ungefähr 2 Teile Kleister, ein Teil Buchbinderleim. Wichtig hierbei ist auch über die Ränder des Papiers einzustreichen. Dieses bekleisterte Papier lege ich auf die Graupappe und streiche sie mit der Hand fest und klappe die überstehenden Teile um die Ecke der Schachtel.



Genau an der Ecke der Schachtel wird ein schmales Dreieck ausgeschnitten. Der Schnitt sollte nicht ganz bis an die Schachtel gehen, sondern einen mm vorher enden.



Das kleinere Teil des überstehenden Papiers (Richtung Schachtelboden) wird jetzt auf die untere Seite der Schachtel geklappt und gut festgerieben.
Dann kommt das lange überstehende Teil an die Reihe und wird ebenfalls umgeklappt und festgerieben.





Die gleiche Prozedur wird mit den anderen überstehenden Teilen am oberen Rand der Schachtel gemacht. Also Papier einschneiden, nach innen umklappen und festreiben.




Ist eine Längsseite der Schachtel fertig, kommt die andere Längsseite dran.



Für die schmalen Seiten der Schachtel wird wieder Papier zugeschnitten. Dieses Mal aber in der genauen Schachtelbreite abzüglich 2mm. Am oberen und unteren Rand bleiben wieder 1,5 cm Überstand.

Die Papierteile werden wieder eingeleimt und in gleicher Weise wie beschrieben auf die schmalen Schachtelseiten geklebt. Diesmal muß man aber nur die obere und untere Kanten umschlagen und festreiben.




Die Außenseiten der Schachtel sind nun bezogen.
Für das Innere wird wieder Papier zugeschnitten. Das Maß entspricht der Größe der einzelnen Flächen und 0,5 cm. Das Papier für die Längsseite wird eingeleimt und von innen in die Schachtel gelegt. Das Papier sollte am oberen Rand genau so angelegt werden, dass vom umgeschlagenen Papier noch ein kleiner Rand zu sehen ist.
Die ganze Papierfläche anreiben und mit dem Falzbein vorsichtig am unteren Rand in die Ecke streichen, damit das Papier gut anliegt. Das gleiche an den senkrechten Kanten.




Auf diese Art wieder beide langen Schachtelteile beziehen. Für die kurzen Seiten wird wieder Papier genau zugeschnitten. Die Breite ist wieder ein paar mm schmäler als die Schachtel. Oben wird genau angelegt und an der unteren Kante gut angerieben.





Jetzt fehlt der innere Schachtelboden. Dafür wird ein Papier mit genau den Innenmaßen der Schachtel zugeschnitten und eingeklebt.



Die letzte unbeklebte Seite der Schachtel ist noch der Boden von außen. Dafür wird wieder ein Papier zurechtgeschnitten das etwas kleiner ist als die Fläche des Bodens. Dieses wird wie oben beschrieben aufgeklebt.
Mein Papierteil ist etwas zu klein, macht aber nichts, weil die Schachtel auf dieser Fläche steht und man es nicht sieht. Ich hätte wegen diesem Stück extra nochmal mit dem Papierfärben und bestempeln anfangen müssen, ich wollte aber lieber die Schachtel beenden.



Meine Schachtel ist fertig und kann die Bänderrollen aufnehmen.


Die Arbeitsweise der Schachteln ist immer die gleiche. Man kann sie in jeder gewünschten Größe herstellen, noch einen Deckel dazubaun oder eine Klappe mit anbringen. Der Phantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt und das Individuelle macht mir persönlich an dieser Art zu Arbeiten den größten Spaß.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Minitüte als Windlicht

So, ein bisschen hat es gedauert aber jetzt gibt es wieder was Gebasteltes.

Für eine Einladung zu einer Gartenfete habe ich aus Transparentpapier ganz schnelle Windlichter gemacht.




Ein paar Fotos zeigen wie es gemacht wird. Es ist eine ganz schnelle Bastelei, wenn man auf den letzten Drücker noch was Nettes braucht - oder warum nicht mal für sich selber!

Ihr braucht Transparentpapier, Klebeband, etwas Band für die "Taschenhenkel", Windlichtglas



Transparentpapier nach Vorlage ausschneiden und falten, an der Klebelasche zusammenkleben und "Taschenhenkel" ankleben oder durchfädeln und verknoten. Den oberen Rand (1cm) nach innen klappen und festkleben. Die Teile vom Boden nach innen falten und mit Klebeband festkleben. Schmale Seiten an der Markierung (siehe Zeichnung) nach innen knicken.




Die von mir erstellte Zeichnung dürft Ihr gerne für Eure, nicht gewerblich benutzten Basteleien, verwenden.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Ordner für meine Spellbinders





So, endlich fertig. Mein Ordner für meine Spellbinders.
Angeregt durch einen Blog, wo Magnetfolie verwendet wurde, habe ich mir erst mal diese bei ebay besorgt. Feine Sache, diese Folien und die Spellbinders halten richtig fest.

Dann habe ich mir überlegt, dass ein Ordner mit einzelnen Blättern vielleicht ganz praktisch wäre. In Stuttgart auf der Stempelmesse gab es einen Workshop, wo so ein netter kleiner Ordner für Karten gemacht wurde. Von dort habe ich das schwarze Buchbinderleinen und auch das wunderschöne Papier. Natürlich habe ich mir von dort keine Ordnermechanik mitgenommen. - Wer braucht auch sowas (grmpf)

So mußte halt ein alter Ordner von mir dran glauben, den habe ich kurzerhand zerlegt.

Gebaut habe ich meinen Ordner aus Graupappedeckel, Rücken und Boden. Die Teile wurden mit Buchbinderleinen zusammengeklebt.



Die einzelnen Pappen habt ich mit Papier bezogen, erst außen, dann innen und die Ordnermechanik mit einen Nietengerät (so ein Ding aus dem Baumarkt) befestigt.













Die einzelnen Blätter sind auch aus Graupappe.
Oben und unten habe ich einen zusätzlichen Streifen Graupappe aufgeklebt, damit ich die Vertiefung für die Spellbinders erhalte. Zuerst wurden die schmalen Streifen mit Designpapier bezogen, dann die Mitte mit einem einfarbigen, selbstgefärbten Papier. Auch die Rückseite wurde mit Papier beklebt.












Die Magnetfolie habe ich dann, passend für die jeweiligen Spellbinders, zugeschnitten und auf die Mitte der einzelnen Seiten geklebt.





Damit ich den Ordner gut nehmen kann und er dabei nicht auseinanderrutscht habe ich. am hinteren Teil noch zwei Eyeletts eingeschlagen und so einen schwarzen Gummi befestigt und vorne einen passenden Knopf angenäht.




Als Verzierung vorne noch ein Schild mit ein paar Blümchen und fertig war das Ding. An dem Ordner bin ich wirklich viele Stunden gesessen. Man sieht den fertigen Teilen oft nicht an was wirklich drinsteckt. Macht aber nix, es war eine ganz tolle Arbeit und ich bin (ausnahmsweise mal) richtig zufrieden damit.



Jetzt sind meine Spellbinders wunderbar untergebracht, ich kann sie schön durchblättern und einzeln entnehmen.